Die steigenden Energiepreise sind für viele ein ernst zu nehmendes Thema. Diese Entwicklung dürfte sich kaum rückgängig machen lassen, daher ist Energieeinsparung die einzige Möglichkeit, dieser Kostenspirale zu entkommen.

Fast jeder kennt den Energieverbrauch seines Autos auf 100 km und entscheidet sich möglicherweise daher für einen Austausch seines Fahrzeuges, wenn die Kosten steigen.
Wenige können aber etwas zum Energieverbrauch Ihres Gebäudes – bezogen auf die Wohn- oder Nutzfläche sagen. Die Energiekosten werden als zusätzliche Belastung weitgehend hilflos hingenommen.

Kaum bekannt ist, dass ein Wohnhaus aus den Jahren 1960 – 1980 vor der Einführung der ersten Wärmeschutzverordnungen (1977/1982/1995) in der Regel 3 – 4 mal soviel Energie verbraucht als ein Neubau mit dem heute geforderten Dämmstandard.

Seit 2002 hat die Energieeinsparverordnung – kurz EnEV die Wärmeschutzverordnungen abgelöst und bezieht ab da auch die Anlagentechnik in die Energiebilanz der Gebäude mit ein. Mit einer Novellierung 2007 und 2009 sowie einer weiteren Verschärfung 2014 + 2016 hat der geforderte Dämmstandard und die Anforderungen an die Anlagentechnik die ehemals als Niedrigenergiehäuser eingestuften Gebäude weit überholt. Fachleute sehen in absehbarer Zukunft den sogenannten Passivhausstandard für Neubauten aber auch für einige Altbausanierungen als realistisch an.

Zitat aus der ersten Wärmeschutzverordnung 1977:

waermeschutzverordnung1977
Heute ist die 6-fache Verbesserung Standard. (3-fach Verglasung)

Die EnEV 2009 (Novellierung 2016) stellt auch Anforderungen an Altbauten, die den Besitzer wechseln oder / und in Gebäudeteilen verändert werden.

Hierzu ist 2006 der Energieausweis für Gebäude eingeführt worden, der bei Kauf oder Vermietung dem Interessenten auf Verlangen vorgelegt werden muss.

Dieser Energieausweis gibt, ähnlich der Bunten Skala Klasse A bis C bei Elektrogeräten ( wie z.Bsp. bekannt von Kühlschränken etc) über die Einstufung des Gebäudes oder der Wohnung in Energieverbrauchskategorien Auskunft.
Im Neubau ist nach EnEV ein Energiebedarfsausweis bereits lange davor Standard und muss jedem Neubaubesitzer nach Fertigstellung eines Gebäudes ausgehändigt werden.

Wird ein Energieausweis bei einem bislang nicht oder wenig modernisierten Gebäude ausgestellt, so kann man davon ausgehen, dass die Einstufung in eine „schlechte“ Klasse die Regel ist. Es bietet sich also an, die Sanierungsmöglichkeiten im Vorfeld oder im Zusammenhang mit einem Energieausweis zu untersuchen und Möglichkeiten der Einsparung, der Umsetzung in Maßnahmen und Vorschläge zu Materialien und deren Gesamtkosten abklären zu lassen.

Energieberater sind als neu gebildete Berufsgruppe besonders dafür ausgebildet, diese Fragestellungen zu klären. Architekten mit dieser Zusatzausbildung haben aus ihrer Berufserfahrung einen besonderen Bezug zu den Baukonstruktionen und dem Gebäude selbst.

Die ENERGIEBERATUNG kann daher von einer einfachen Einschätzung aus Erfahrungsdaten bei einer Ortsbegehung bis zu einer genauen Analyse des betrachteten Hauses mit einem abschließenden Gutachten, Hilfestellung zur Entscheidung und Ausführung von Energieeinsparmaßnahmen und Modernisierung leisten.

Wenn sich ein Hausbesitzer oder potentieller Hauskäufer vor Investitionen - sei es der Kauf selbst, Modernisierung der Technik oder der Gebäudehülle - ein umfassendes Bild über alle Möglichkeiten und die anfallenden Kosten machen möchte, ist die Energieberatung durch den Architekten eine gute Kombination. Dieser hat in jedem Fall die Kenntnisse, sehr detaillierte Kostenaufstellungen zu den geplanten Maßnahmen zu erstellen, die für Finanzierungsüberlegungen bei der Bank unverzichtbar sind.

Für den Fall, dass öffentliche Förderung z. Bsp. der
KFW – Kreditanstalt für Wiederaufbau (Link)
zur Finanzierung beitragen soll, ist der Nachweis über den eingetragenen Energieberater oder einen sachverständigen Ingenieur in vielen Fällen sogar zwingend erforderlich.

Die Bundesregierung hat mit Ihrem
Vor-Ort-Beratungsprogramm (Link)
zur Energieeinsparung ein zusätzliches Instrument geschaffen, dass mit Hilfe eines Zuschusses die Energieberatung als Gutachten gefördert wird. Die Daten über Art und Höhe des Zuschusses werden vom
BAFA – Bundesamt für Ausfuhrkontrolle geregelt.